Häufige Anfängerfehler bzw. Anfängertipps

Der wahrscheinlich häufigste Anfängerfehler ist schlichtweg, dass zuviele Hände gespielt werden. Die meisten Anfänger trennen sich sehr schwer von ihren Karten und glauben oft bis zum Schluss dass die Hand zum Sieg führen wird.

Natürlich ist es nicht immer von Nachteil viele Starthände zu spielen, was immer wieder von aggressiven Pokerprofis (wie z.B. Gus Hansen, Phil Ivey uvm.) unter Beweis gestellt wird. Zu Beginn des Spiels, wo die Blinds noch sehr gering sind, kann man ohne weiteres auch manche Experimente versuchen und mehrere Karten spielen. Sobald allerdings ein Raise zu hören ist oder die Blinds schon derart hoch sind, muss man auch als Anfänger unterscheiden können, was spielbar ist und was nicht.

Ein weiterer, speziell bei Anfängern sehr häufig vorkommender Spielfehler ist die Passivität. Oft werden starke Hände von den Anfängern so lange nur mitbezahlt bzw. oft nur mitgecheckt bis die Hand des Gegners ausgebaut ist.

Es ist keine Schande, seine Karte zu repräsentieren und dementsprechend zu raisen, reraisen oder einfach zu setzen! Oft ist es die Schüchternheit, Feigheit oder die Ungewissheit die viele Anfänger daran hindern zu raisen, das sollte jeder Pokerspieler in den Griff bekommen. Auch hier ist es nicht immer von Nachteil passiv zu spielen, viele Spieler halten bewusst die Stärke ihrer Hand verdeckt um so die Gegner zu einem eventuellen Fehler zu zwingen, die Gefahr bei dieser Spielweise ist natürlich dass die schlechtere Hand oft kostengünstig oder gar gratis zur besseren avancieren kann und die vermeintliche Siegerhand verliert.

Auch ein großes Problem bei Anfängern ist es, die tatsächliche Stärke ihrer Hand bzw. die des Gegners abschätzen zu können. Jeder gute Pokerspieler muss wissen wann er geschlagen ist und dementsprechend den Laydown (Fold, wegwerfen der Karten) machen!

Zu wissen in welcher Situation ein Drilling, Doppelpaar oder gar die Straße etc. zu wenig ist, verlangt natürlich auch einiges an Erfahrung. Anfänger jedoch, neigen oft dazu es einfach nicht wahrhaben zu wollen dass ihre tolle Hand Außenseiter und ohne lange darüber nachzudenken, zu folden ist! Auch hier kann es widerrum ein Vorteil sein seine Hand partout nicht zu werfen, beispielsweise wenn der Gegner blufft. Nicht selten verliert so ein Profi mit einem exzellenten Bluff seine Chips gegen einen Anfänger, der eigentlich passen hätte müssen.

Ein Pokeranfänger spielt großteils nach dem Bauchgefühl. Er kann mit Outs - wie viele Karten habe ich um meine Hand zu verbessern, der Wahrscheinlichkeit - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dass meine Hand gewinnt, und den Pot-Odds - lässt sich mein zu bringender Einsatz mit den Outs und der errechneten Wahrscheinlichkeit die Hand zu gewinnen im Verhältnis dazu was ich gewinnen kann, vereinbaren? Im Normalfall nichts anfangen! Um sein Pokerspiel zu verbessern und konkurrenzfähig zu machen, sollte sich jeder Spieler mit der Zeit mit diesen Rechnereien vertraut machen.

Es gibt allerdings auch einige Profispieler (zB Mike Matusow uvm.) die nicht unbedingt sehr viel Wert auf die Wahrscheinlichkeitsrechnungen legen und trotzdem sehr erfolgreich sind! Ein gutes Bauchgefühl und das Einschätzvermögen gegenüber dem Gegner kann durchaus aus das Geheimnis zum Erfolg sein.

Was allerdings unbestritten ist, ist dass man spielen spielen und nochmals spielen muss um seine Fähigkeiten am Tisch zu verbessern und aus seinen eigenen Fehlern lernen zu können!

Fehleinschätzung der Hände
Man sollte nie vergessen, dass der Wert einer Hand immer in Verhältnis zur Action auf dem Tisch steht. Pocket-Asse vor dem Flop sind eine großartige Hand, doch wenn Sie sich auf dem River nicht verbessern, sind sie nur ein Paar. Viele Spieler vergessen dies und wenn sie einmal zu erhöhen begonnen haben, ziehen sie es bis am Ende durch. Dasselbe gilt, wenn man zwei niedrige Paare in der Hand hat. Diese sehen zwar gut aus, aber vergessen Sie nicht, dass ein Set stets mehr Wert hat. Auf der anderen Seite kann man die eigene Hand auch unterschätzen, weil sie auf den ersten Blick nicht spektakulär aussah. Halten Sie Ihre Augen offen für Verbesserungen auf Sets!

Squeeze Spiel
Besonders für Anfänger ist das „Squeeze Spiel“ sehr faszinierend: Mit einer geringfügigen Hand zu callen und zu erhöhen, macht Pokern zu einem außerordentlichen Spiel. Das Squeeze Spiel basiert darauf, dass der Spieler, der vor ihnen callt und erhöht, durch ihre Aggressivität verunsichert wird. Dabei gibt es aber zu beachten, dass man dies nicht zu eindeutig betreibt. Als Anfänger muss man sich in Grenzen halten, da erfahrene Spieler das Squeeze System besser kennen und vor allem erkennen. Squeezen macht nur Sinn, wenn es eine hohe Chance gibt, dass die anderen Spieler folden. Man muss sich auch des Risikos klar bewusst sein, falls der erste Erhöher tatsächlich Könige oder Asse in der Hand hält.

Kennen Sie Ihren Stil und Ihre Fähigkeiten?
Viele Spieler würden gerne denken, dass sie einen tighten, aggressiven Stil haben: Sie spielen ihre Hände nur selektiv, aber wenn, dann auf aggressive Weise mit vielen Einsätzen und Erhöhungen. Sich selbst zu sagen, man wäre ein aggressiver Spieler, wenn Sie tatsächlich nur die Hälfte ihrer Nicht-Blind-Hände sehen wird Ihnen wenig helfen. Es mag vielleicht für ihr Ego gut sein‚ doch nützt es nicht viel. Finden Sie besser heraus, was wirklich ihr Stil ist und wie sie ihre Mitspieler einschätzen. Außerdem ist es lohnenswert, sich über die eigenen Fähigkeiten auf dem Laufenden zu halten. Um im Pokerspiel erfolgreich zu sein, müssen Sie fähig sein, sich selbst ehrlich beurteilen zu können. Nur wenn Sie sich selbst beweisen können, dass sie tatsächlich ein erfolgreicher Spieler sind, sollten Sie auch intensiv spielen. Wenn sich Ihre Misserfolge am Laufmeter häufen, müssen Sie sich das selbst auch eingestehen können und ihr Spiel maßvoll halten.